Bevor es größer wird
Reparatur und Ausbessern
Nicht jeder Schaden ist ein Fall für den kompletten Boden. Oft geht es um drei Bretter, eine Wasserstelle oder eine Fuge, die zu breit geworden ist.
Was wir unter Reparatur verstehen
Reparatur heißt hier: die Substanz in Ordnung bringen, ohne die ganze Fläche anzufassen. Das ist ein anderer Auftrag als ein Schliff und lohnt sich in genau den Fällen, in denen der Boden insgesamt noch gut ist und ein begrenzter Bereich nicht.
- Einzelne Bretter, die gebrochen, morsch oder ausgerissen sind, tauschen
- Lose Dielen wieder befestigen, hochstehende Nägel versenken
- Fugen schließen, mit Kitt bei schmalen und mit Holzstreifen bei breiten
- Ausbrüche und Löcher schließen, etwa nach entfernten Einbauten
- Übergänge und Schwellen herstellen, wo ein Belag entfernt wurde
- Bereiche vorbereiten, bevor die Fläche später als Ganzes geschliffen wird
Wann sich eine Reparatur lohnt
Wenn der Schaden begrenzt ist und die restliche Fläche noch eine brauchbare Oberfläche hat. Ein typischer Fall: unter einem alten Einbauschrank kommt ein Loch zum Vorschein, der Rest des Raums ist in Ordnung. Oder ein Wasserschaden an der Balkontür hat drei Bretter erwischt und sonst nichts.
Zweiter typischer Fall: Sie planen ohnehin einen Schliff, aber vorher muss die Substanz stimmen. Dann ist die Reparatur kein eigener Auftrag, sondern der erste Arbeitsgang. Beides zusammen zu machen ist fast immer günstiger als getrennt, weil das Einrichten nur einmal anfällt.
Wann eine Reparatur nicht die Antwort ist
- Wenn die Ursache noch aktiv ist. Eine undichte Leitung oder ein feuchter Aufbau macht jede Reparatur zur Wiederholung. Erst die Ursache, dann der Boden.
- Wenn zu viele Stellen betroffen sind. Ab einem gewissen Anteil ist der Aufwand für Einzelreparaturen höher als für einen Austausch des Belags, und das Ergebnis ist unruhiger.
- Wenn der Boden ohnehin am Ende ist. Bei durchgeschliffenem Fertigparkett oder freiliegender Trägerplatte lohnt sich Flickwerk nicht.
- Wenn Sie eine unsichtbare Reparatur erwarten. Bei alten Böden ist das selten möglich. Wir sagen Ihnen vorher, womit Sie optisch rechnen müssen.
Das Materialproblem bei alten Böden
Berliner Altbaudielen haben Breiten und Profile, die im Baumarkt nicht existieren. Neues Holz ist außerdem heller und hat eine andere Maserung als hundert Jahre altes. Deshalb gibt es zwei Wege, und der zweite ist meistens der bessere: Material aus einem Bereich entnehmen, den später niemand sieht, etwa unter einem Einbauschrank oder in einer Abstellkammer, und das neue Brett dort einsetzen. In der sichtbaren Fläche liegt dann altes Holz.
Wenn Sie beim Ausbau eines Einbaus alte Bretter übrig haben, werfen Sie sie nicht weg. Solches Material ist für spätere Reparaturen mehr wert, als es aussieht.
Wie Sie am schnellsten eine Einschätzung bekommen
Bei Reparaturen sagt ein Foto mehr als eine Beschreibung. Fotografieren Sie die Stelle einmal aus dem Stand, damit wir sehen, wo sie im Raum liegt, und einmal nah, damit wir den Schaden beurteilen können. Wenn Sie ein Maßband danebenlegen, hilft das zusätzlich.
Schreiben Sie dazu, ob die Ursache bekannt und behoben ist. Das ist die Information, die darüber entscheidet, ob wir sofort etwas machen können oder ob erst getrocknet werden muss.
Häufige Fragen
Sieht man eine getauschte Diele hinterher?
Direkt nach dem Einbau ja, weil neues Holz heller ist als hundert Jahre altes. Nach dem gemeinsamen Schliff und der Oberfläche gleicht sich das deutlich an, und über die Monate dunkelt das neue Stück nach. Ganz unsichtbar wird es meistens nicht. Wer die Stelle gar nicht sehen will, kann Material aus einem unauffälligen Bereich derselben Wohnung nehmen, etwa unter einem Einbauschrank, und dort das neue Brett einsetzen.
Ich habe nur ein paar tiefe Kratzer, muss der ganze Boden geschliffen werden?
Kommt auf die Oberfläche an. Bei einem geölten Boden lassen sich einzelne Stellen anschleifen und nachölen, das bleibt unauffällig. Bei einer Versiegelung geht das nicht: der Lackfilm hat an der Ansatzstelle immer eine sichtbare Kante. Dort ist die Frage eher, ob sich der Zustand insgesamt noch eine Weile tragen lässt oder ob ein Schliff ohnehin ansteht.
Was kostet die Reparatur einer einzelnen Stelle?
Bei kleinen Arbeiten bestimmt nicht die Fläche den Preis, sondern die Anfahrt und das Einrichten. Eine einzelne Diele zu tauschen dauert nicht lange, aber der Weg dorthin und der Aufbau schon. Deshalb lohnt es sich, mehrere Kleinigkeiten zu sammeln und in einem Termin zu machen. Was das konkret bedeutet, sagen wir Ihnen, wenn wir wissen, worum es geht.
Können Sie Wasserschäden reparieren?
Den Boden ja, die Ursache nicht. Solange irgendwo Feuchtigkeit nachkommt, ist jede Reparatur verlorene Arbeit. Erst muss die Quelle weg und der Aufbau darunter trocken sein. Danach werden die beschädigten Bretter ersetzt. Wichtig ist die Reihenfolge, und die kostet manchmal Wochen Wartezeit.
Haben Sie passendes Material für alte Böden?
Für gängige Formate meistens. Bei alten Berliner Dielen gibt es aber Breiten und Profile, die es so nicht mehr gibt. Dann sind zwei Wege üblich: passendes Altholz besorgen oder Material aus einem verdeckten Bereich derselben Wohnung entnehmen und dort das neue einsetzen. Der zweite Weg sieht in der sichtbaren Fläche besser aus.
Weitere Leistungen
Das könnte auch dazugehören
- Parkett abschleifen Die alte Oberfläche kommt runter, das Holz darunter kommt zurück.
- Dielen abschleifen Altbaudielen aufarbeiten, statt sie herauszureißen.
- Ochsenblut-Dielen abschleifen Die rote Beschichtung sitzt tief. Das ist ein eigener Arbeitsgang.
- Versiegeln und lackieren Ein Film über dem Holz, für Flächen, die viel aushalten müssen.
- Ölen Das Öl zieht ins Holz. Die Pore bleibt offen, der Boden bleibt fühlbar.
Nächster Schritt
Sagen Sie uns, um welchen Boden es geht
Ein Foto reicht für eine erste Einschätzung. Wenn Sie lieber sprechen, rufen Sie an.